Wer derzeit die Ausstellungsräume im NRW-Forum für Kultur und Wirtschaft in Düsseldorf betritt, hat das Gefühl, Damien Hirst sei Vegetarier geworden. Der japanische Künstler Makoto Azuma stellt hier seine floralen Skulpturen aus. Blumen in allerlei durchsichtigen Substanzen vermitteln den Eindruck, als habe sich Makoto bei Hirst die Idee der in Formaldehyd eingelegten Tiere abgeschaut und sie vegan kopiert.

shiki formula, Bonsaibaum in Metallgestell gespannt, Foto: NRW Forum/ Makoto Azuma

Dem ist allerdings nicht so. Anders als Hirst ist Makoto Azuma wandlungsfähig und viele seiner Pflanzen leben durchaus noch oder vermitteln zumindest den Eindruck von Leben und Lebendigkeit. Azumo experimentiert mit den Pflanzen. Er lässt sie in Eis erstarren, als ob er das Leben für immer festhalten wollte. Azumo lässt Blumen auf Beton wachsen, spannt Bonsaibäume in Gestelle und Aquarien und baut Installationen aus Schaufensterpuppen und Pflanzen.

1976 in der Präfektur Fukuoka geboren, jobbte Makoto zunächst zwischen den Auftritten mit seiner Band bei einem Floristen; nach und nach ließ er sich vom Zauber der Blumen faszinieren und beschloß irgendwann, die Floristik zur Kunst zu machen. 2001 eröffnete er in Ginza „Jardins des Fleurs“, einen Haute Couture-Blumenladen mit einer einzigen Blume. Ob Solo-Ausstellung in New York oder Schaufenster-Installation im Pariser Luxus-Kaufhaus Colette –Azuma Makoto setzt einen Trend, der rund um die Welt Aufsehen erregt. Azuma zählt Modehäuser wie Bulgari und Hermès zu seinen Kunden, ebenso Issey Miyake oder das Maison Margiela.

Neben Skulpturen und Installationen sind im NRW-Forum betörend schöne Fotografien zu bestaunen. Die Ausstellung läuft noch bis zum 03. August 2008.