Banken haben es derzeit nicht leicht. Zuzugeben, dass man sich gewaltig verzockt und Milliarden in den Sand gesetzt hat, ist aber auch wirklich hart. Aber Banken verbrennen nicht nur Geld, sie legen Erwirtschaftetes auch gut an. Kaum eine große Ausstellung, die nicht von einer Bank gesponsert wird und kaum eine Bank, die nicht ihre eigene Sammlung pflegt. Es gibt sogar Banken mit ausgezeichneten eigenen Museen und Ausstellungshallen. Die Deutsche Bank kooperiert in Berlin mit dem Guggenheim, die HypoVereinsbank hat in München eine Kunsthalle. In Österreich hat die Bank Austria ihr Kunstforum und bietet jedes Jahr hochkärtige Ausstellungen.

Derzeit zeigt das Kunstforum „Manet – Kandinsky – Rothko und die Folgen: Wege der Abstrakten Malerei“ (bis 29. Juni 2008). Grundsätzlich kann man solche Ausstellungen nur jedem empfehlen, besonders lege ich sie aber allen ans Herz, die glauben, dass ein schwarzes Quadrat keine Kunst ist. Ausstellungen wie diese zeigen, warum Abstrakte Kunst Kunst ist und in welcher Tradition diese steht oder warum die Entwicklungen des letzten Jahrhunderts in der Kunst fast zwangsläufig waren.

Den zeitlichen Bogen spannt die Ausstellung von Claude Monet und die russischen Avantgardisten (Kandinsky, Malewitsch und Popowa) über die Abstrakten Expressionisten und die Maler des Informel wie Wols, Kline, Rothko, De Kooning bis zu Per Kirkeby, Cy Twomly, Gerhard Richter und Brice Marden. Viele weitere bekannte und unbekannte Künstler hat das Kunstforum zusammengetragen.

Sehr schön haben die Kuratoren Traditionen, Analogien, und Differenzen verschiedener künstlerischer Strömungen vereint, die perfekt demonstrieren, welche Entwicklungen die Abtraktion vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart hat. Die Ausstellung domkumentiert die schrittweise Abkehr vom Gegenstand hin zu seiner Auflösung. Leider springt die Ausstellung ein klein wenig zu kurz, es wäre schön gewesen, man hätte ein bisschen weiter angesetzt und echte Wegbereiter der Abstraktion mit ins Boot genommen. Ohne Turner und Cézanne ist der eingeschlagene Weg der Abstraktion undenkbar, Expressionisten und Kubisten nicht unbedeutend und darf man die Delaunays oder Mondrian außer Acht lassen? Auch aus den Blütezeiten der Abstraktion in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit ihrer ungeheuren Vielfalt fehlen einige Spielarten.

Vielleicht wäre das aber auch für ein kleineres Ausstellungshaus einfach zu viel verlangt. Einen Überblick ermöglicht die Ausstellung nämlich recht gut und deshalb ist sie auch einen Besuch wert. Einen gewichtigen Augenmerk legt die Ausstellung auf eine Darstellung der österreichischen Abstrakten, wie etwa Erika Giovanna Klien, Arnulf Rainer und Maria Lassnig. Man hat 66 Leihgaben zusammengebracht, darunter auch bedeutende Werke wie „No. 22“ von Mark Rothko.

Es soll nicht unerwähnt bleiben: Fast schon vorbildlich ist die didaktische Arbeit der Kunsthalle. Es gibt einen Ausstellungsguide, der mehr ein PDA ist und auch Bilder, Animationen und Videos abspielen kann. Für Kinder gibt es einen eigenen Ausstellungsguide und auch für gehörlose Besucher ist ein Ausstellungsguide vorgesehen. Das verdient wirklich Applaus!