Wer den Namen „Richard Serra“ hört, der denkt vor allem an die gewaltigen Stahlskulpturen des Amerikaners. Doch Serra hat, wie auch Chillida, intensiv mit Druckgrafik und Zeichenstift gearbeitet. Ähnlich wie seine bildhauerischen Arbeiten sind auch diese Werke oftmals von raumgreifender Größe und wirken alleine schon durch die monumentale Wucht.

Serras Arbeiten auf Papier sind keine Entwurfszeichnungen, sondern bilden ein eigenständiges Werk, auch wenn Bezüge immer wieder sichtbar werden. Wie seine Skulpturen sind auch die grafischen Arbeiten stark reduziert. Serra arbeitet nur mit Schwarz und Weiß, um jegliche Assoziation zu vermeiden. An der Druckgrafik interessiert Serra vor allem der Umgang mit der nicht immer ganz einfachen Technik und der haptischen Qualität, die ein Druck auf dem Papier vermittelt. Die Eigenschaften von Farbe und Papier werden elementarer Bestandteil der Bilder.

Das Museum für Gegenwartskunst in Siegen zeigt bis 18. Mai 2008 50 Druckgrafiken und Zeichnungen. Die Region spielt in Serras Oeuvre eine wichtige Rolle. Den Stahl für seine Arbeiten bezieht Serra aus dem saarländischen Dillingen, verarbeitet werden die Rohlinge dann bei der Firma Pickhan in Siegen. Die Ausstellung wird durch Künstler- und Dokumentarfilme ergänzt. Wen die Skulpturenherstellung interessiert, dem bietet das Museum Exkursionen zu Pickhan an.