Gerne werden Menschen mit Migrationshintergrund (Ausländer, Einwanderer, Kinder derselben) von Rechten verächtlich als Kulturbereicherer bezeichnet, in der gesteigerten Form auch noch in Anführungszeichen gesetzt, damit die Ironie auch ja sichtbar wird. Dass Migranten tatsächlich nicht nur ehrenmordende, islamistische Terroristen sind, sondern durchaus kulturbereichernd sein können, beweisen laufende Ausstellungen:

  • „Transfer Project“: sieben KünstlerInnen aus der Türkei und aus NRW, Ludwig Forum für internationale Kunst in Aachen
  • Türkisch Delight in der Galerie der Stadt Backnang
  • „Wo ist Zuhause? Anny & Sibel Öztürk, Museum am Ostwall, Dortmund
  • Transfer Türkei – NRW/ 2005 – 2007, Ausstellungshalle zeitgenössische Kunst, Münster

Leider wurde die zeitgenössische Kunst türkischer Migranten in Deutschland nur wenig beachtet. Es scheint allerdings so, als würde sich das ändern. Türkischstämmige Künstlerinnen und Künstler sind keine Seltenheit mehr und in den Kunsthochschulen mittlerweile Alltag. Den Künstlern kommt eine nicht zu unterschätzende Bedeutung zu. Sie sind nicht nur der Beweis, dass Migranten wertvolle Beiträge zur Kultur eines Landes schaffen, sie haben auch eine Brückenfunktion: Sie sind Mittler zwischen den Kulturen und können, so sie denn Migranten spezifische Themen bearbeiten, auch helfen, die Situation der Einwanderer für die Deutschen erfahrbar und verständlich zu machen. Andere machen einfach nur gute Kunst.

Nachtrag: Ich habe ganz vergessen, zu erwähnen, wie ich darauf komme. Die Künstlerin Nezaket Ekici stellt ab 23. November 2007 in der Galerie Schwefel in Stuttgart aus. Am Vorabend wird es ab 20.30 Uhr eine Live-Performance der Künstlerin geben. Ich verspreche, dass sich ein Besuch der Performance und der Ausstellung lohnt!