China ist in aller Munde. Der Riese in Fernost schickt sich an, wirtschaftlich und millitärisch eine Großmacht zu werden. Und obwohl das Land immer noch eine sozialistische Diktatur mit vielen Repressionen ist, wird das Land auch künstlerisch eine Großmacht. Und wer sich künstlerisch nicht im Land ausleben darf, tut das eben im Exil.

Duan Jianyu, Schnabel, Vulgar Scenery of China, 2002, Sammlung Sigg, Schweiz

Duan Jianyu, Schnabel, Vulgar Scenery of China, 2002
Collage; 180 x 160 cm
Sammlung Sigg, Schweiz

Sicher waren die chinesischen Künstler immer schon da und auch gut, sie wurden aber nicht beachtet. Und diese Mißachtung führte dazu, dass eben viele Künstler von ihrer Arbeit nicht leben konnten, denn im sozialistischen China war Kunst abseits der Staatsdoktrin nicht subventioniert und schon gar nicht bezahlt.

Das ändert sich langsam mit dem Aufblühen einer bürgerlichen Mittel- und Oberschicht und auch europäische Sammler beginnen, chinesische Kunst zu kaufen. Kaum eine Sammlung (die bedeutendste ist die Sammlung von Ulrich Sigg), die etwas auf sich hält, kann es sich leisten, die „großen“ Chinesen wie Wenda Gu, Ai Weiwei , Li Shuang, Liu Wei, Wang Guangyi, Wu Shan Zhuan, Huang Yong Ping oder Lu Shengzhong nicht zu kaufen. Mit unglaublicher Dynamik drängt die chinesische Kunst auf den Markt und das auch noch mit wirklich tollen Werken.

Space 02, Werke von Liu Wei, Foto: Nicolas Lackner, Landesmuseum Joanneum, 2007

Space 02, Werke von Liu Wei, Foto: Nicolas Lackner, Landesmuseum Joanneum, 2007

Das Kunsthaus Graz widmet jetzt der modernen chinesischen Kunst eine Ausstellung (bis 02. September 2007) und präsentiert 15 chinesische Künstlerinnen und Künstler. Die Ausstellung stellt die Frage nach neuen Identitäten in der chinesichen Kunst. China wird aus unterschiedlichsten Perspektiven begutachtet, Steroeotypen widerlegt, aber auch bestätigt. Woher kommt die zeitgenössische, chinesische Kunst und wohin eilt sie? Welche Brüche gab es in den letzten Jahrzehnten und welche Auswirkungen haben sie auf die Kunst und das Land?

Mehr: http://www.kunsthausgraz.steiermark.at“