Gerade ist der Kunstkompass 2007 des Wirtschaftsmagazins Capital erschienen. Dass ich dieses Ding für schwachsinnig halte, ist kein Geheimnis, allerdings ist das Künstlerranking inzwischen so bedeutend, dass man nicht mehr darum herum kommt, darüber zu reden. „Qualität in der Kunst kann man nicht messen“, behauptet die Capital. Richtig, aber wer will das auch schon. Kunst oder Kitsch – dazwischen gibt es nichts, insofern sind Rankings unsinnig und dienen nur dem Kunstmarkt zu Festlegung von Preisen. Aber bitte…

Ob es subjektive und objektive Maßstäbe für gute Kunst gibt, darüber kann man ja gern estreiten. Ich glaube schon,dass es die gibt und die auf dem Markt erzielten Preise, Einzelausstellungen und sonstige zählbare Ergebnisse gehören sicher nicht dazu. Das soll aber nicht heißen, dass die aufgeführten Künslter schlecht wären, im Gegenteil. Vielleicht spricht das ja ein wenig für die Qualität des Kompasses.

Auf Platz eins liegt, wie auch im Vorjahr, Gerhard Richter. Platz zwei belegt der amerikanische Video- und Objektkünstler Bruce Nauman. Wie im Vorjahr kommen Sigmar Polke und Rosemarie Trockel auf die Positionen drei und vier. Auf den Plätzen zwölf und dreizehn liegen Anselm Kiefer und Jörg Immendorf. Einen großen Sprung macht Isa Genzken, die sich auf den 90. Platz verbessert. Neu in den Top 100 sind Peter Doig (Platz 74), Erwin Wurm (88), Manfred Pernice (93), Jake und Dinos Chapman (95) und Sylvie Fleury (Platz 97).