Die Landschaften von Thomas Wrede sind keine bloßen Fotografien, sie sind Inszenierungen. Inmitten weiter Schnee-, Fels oder Wüstenlandschaften stehen Häuser, Autos und Siedlungen. In den Landschaften existieren keine Menschen, man erfasst nur ihre Spuren – klein, verletzlich und einsam wirken die.

Haus auf Hochebene, Thomas Wrede
Thomas Wrede, Haus auf Hochebene, © Thomas Wrede

Wrede operiert mit seinen „Real Landscapes“ an der Grenze zwischen Abbild und Wirklichkeit. Man muss schon mehr als ein Mal hinschauen, um erkennen zu können, was tatsächlich Wirklichkeit ist und was nur Abbild. Die Grenzen zwischen Realität und Imagination verwischt Wrede geschickt und konstruiert so seine eigene Realität. Selbst die schönen Landschaften sind oft nur Auschnitte real existierender Landschaften, bodennahe Aufnahmen und ähnliche „Tricksereien“.

Dass man der Wirklichkeit von Fotografien in Zeiten medialer Manipulation nicht mehr trauen kann, ist ja nichts Neues. Dass man aber so geschickt Wirklichkeit und Vision vermischt, ist wirklich kunstvoll. Im ersten Blick erfasst man immer die Landschaft und das eingefangene Licht und bewundert die schöne Fotografie. Dann aber stutzt man, schaut genauer hin, rückt mit der Nase ganz dicht an das Bild und erkennt die Spielzeuglandschaft.

Thomas Wrede, Siedlung bei Sonne
Thomas Wrede, Siedlung bei Sonne, © Thomas Wrede

Wrede spielt mit den Sehnsüchten der Menschen nach intakter – ja , fast vollkommener – Natur. Gleichzeitig erfasst den Betrachter immer auch ein bisschen Beklemmung ohne dass er genau weiß, warum. Vielleicht ist es die Angst vor der Einsamkeit oder einfach, weil Wrede uns so an der Nase herumführt? Einfach ein Genuss!

Bis 21. Juni 2007 in der Galerie Hermann & Wagner.