Zugegeben, auch mein Wissen um die zeitgenössische, chinesische Kunst könnte größer und breiter angelegt sein, nur wenige namen haben sich mir bisher eingeprägt. Immer noch regieren Europa und die USA den Kunstmarkt, nur wenige lateinamerikanische und afrikanische Künstler haben es bisher in die erste Reihe geschafft. Und bisher war auch der Ferne Osten nur sehr spärlich vertreten. Den meisten Kunstfreunden waren nur wenige große Namen bekannt.

Doch mit der zunehmenden wirtschaftlichen Bedeutung der Volksrepublik China scheint auch das Interesse an der Kunst aus dem Land zu wachsen. Plötzlich sind überall Ausstellungen zu chinesischen Künstlern in Galerien und Museen zu sehen. Das mag aber auch daran liegen, das sich das Land in einem ungeheuren Umbruch befindet, was die Kunst die beflügeln scheint. Denn zu den hervorstechenden Themen chinesischer Kunst gehören vor allem der soziale, der gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Umbruch den das Land durchlebt.

Die größte und interessanteste Ausstellung zeigt die Hamburger Kunsthalle mit „Mahjong“. Zu sehen sind Werke aus der Sammlung Sigg, die mit 1200 Werken die größte ihrer Art ist. Uli Sigg, ehemaliger Schweizer Botschafter, sammelt vor allem Malerei und Skulptur (bis 18. Februar 2007).

Einen weiteren Einblick gewährt die Sammlung Essl in Klosterneuburg bei Wien. Unter dem Titel CHINA NOW zeigt Kurator Feng Boyi 100 Werke von 43 Künsltern (bis 28. Januar 2007). Auch Berlin steht im Zeichen der chinesichen Kunst: bis zum 15. Oktober 2006 zeigt das Deutsche-Guggenheim den Werkkomplex „Head On“ des Multimediakünstlers Cai Guo-Qiang. Die Galerie Frank Schlag zeigt Werke von Qi Zhilong, dessen Frauenporträts inzwischen zu Ikonen chinesischer Kunst geworden sind.

Insbesondere die Hamburger Ausstellung sollte man sich nicht entgehen lassen. So viel Sehenswertes in einer Ausstellung gab es wohl schon lange nicht mehr.

Mehr unter: www.hamburger-kunsthalle.de