Whatever the Fuck I want, Justine Otto, 2005

Für mich ist Justine Otto eine der Entdeckungen des letzten Jahres. Kein Wunder. Als bekennender Lucien Freud- und Jenny-Saville-Fan kann ich gewisse Ähnlichkeiten nicht zurückweisen, auch wenn sie diesen Vergleich wahrscheinlich schon nicht mehr hören kann. Wie Freud und Saville malt auch Otto seelische Landschaften auf Körper und Gesicht ihrer Modelle. Das Thema ihrer großformatigen, gegenständlichen Malerei ist vor allem die Kindheit und das Erwachsenwerden und alles was damit zusammenhängt: Angst, Unsicherheit, Sehnsucht und Fantasie. Besonders spannend finde ich die Serie „t-shirt project“. Otto bildet hier junge Mädchen im T-Shirt ab. Die Gesichter sind in grellen Farben gemalt, wirken grob, aber charismatisch und bilden einen merkwürdigen Kontrast zu den T-Shirts, auf denen abgeklärte Parolen gedruckt sind, die den Bildern auch ihre Namen gaben: „great minds think“, „alles wird gut“ oder „whatever the fuck I want“.

Noch sind ihre Bilder bezahlbar, lange wird das aber nicht mehr so bleiben. Vertreten wird Otto von der Frankfurter Galerie Barbara von Stechow, die übrigens ein ausgezeichnetes Programm hat. Wer in Frankfurt weilt, sollte sich unbedingt zu einem Besuch entschließen. Es lohnt sich.